Stellungnahme der Diakonie Bayern

Stellungnahmen zum Bündnis von
Michael Bammessel, Präsident des Diakonisches Werk Bayern


Präsident Michael Bammessel
Diakonisches Werk Bayern 

„An mein eigenes Sterben denke ich nicht gerne. Werde ich mich dann sehr abplagen müssen, vielleicht gar unter großen Schmerzen? Mir wird etwas leichter zumute, wenn ich an die Hospizbewegung und die Palliativmedizin denke. Für die letzte Lebensstrecke einen geschützten Rahmen zu haben, einfühlsam begleitet zu werden und schmerzlindernde Hilfen zu bekommen, das wünsche ich mir selbst und nach Möglichkeit jedem Menschen. Und Umfragen zeigen mir, dass ich mit diesem Wunsch auch nicht alleine bin. Aber obwohl es in Bayern ca. 5.000 ehrenamtliche Hospizhelfer und –helferinnen gibt, die sterbende Menschen auf ihren letzten Weg begleiten, können wir diesen Wunsch, den übrigens fast alle Menschen haben, nicht jedem erfüllen. Dabei wissen wir längst, dass mit einer seelsorgerlichen und medizinischen Begleitung das Ende des Lebens eben gerade nicht einsam und schmerzhaft sein muss.

Eine gute Begleitung am Ende des Lebens, medizinisch wie seelsorgerlich, und das für viele möglichst viele Menschen würde auch der immer wieder aufflackernden Diskussion um die Sterbehilfe eine andere Richtung geben. Denn ich glaube, dass sich hinter der Zustimmung, die die Sterbehilfe in Umfragen immer wieder erfährt, unsere –zutiefst menschliche – Angst vor einem Sterben in Schmerzen und in Einsamkeit verbirgt. Unser Leben aber ist eine Gabe Gottes – vom ersten bis zum letzten Atemzug. Es ist deshalb auch der Verfügung durch andere Menschen entzogen. Gott hat uns Menschen eine unveräußerliche Würde gegeben, die unabhängig von Vorleistungen oder Kriterien ist. Diese Würde muss sich niemand erwerben, noch kann sie verloren gehen oder von Dritten abgesprochen werden. Jeder Mensch hat sie, und sei er noch so krank und pflegebedürftig. Ein aktiv herbeigeführter Tod aber widerspricht dieser Menschenwürde. Menschen brauchen vor dem nahenden Tod statt der Todesspritze die Erfahrung einer tiefen Sorge für Leib und Seele.

Und genau dafür setzt sich das Bayerische Hospiz- und Palliativbündnis ein: den flächendeckenden Aufbau entsprechender Strukturen fördern und so eine Begleitung möglichst vieler Menschen an ihrem Lebensende möglich machen. Wir möchten die verschiedenen Akteure im Bereich der Palliativ- und Hospizdienste informieren, unterstützen und vernetzen, um die Versorgungssituation in Bayern noch weiter zu verbessern. Deshalb engagiert sich die bayerische Diakonie im Bündnis.“