Stellungnahme der Caritas Bayern

Stellungnahmen zum Bündnis vom
Prälat Bernhard Piendl, Landes-Caritasdirektor Bayern


Prälat Bernhard Piendl

“Mitten in dem Leben sind wir vom Tod umfangen.” So haben die alten christlichen Mystiker das Wissen um die Endlichkeit des Lebens wach gehalten. In unserer Gesellschaft werden das Sterben und der Tod hingegen noch immer zu häufig verdrängt, tabuisiert. Dabei wäre gerade diese Auseinandersetzung so wichtig, denn der Tod ist für alle Menschen unausweichlich. Trotz aller Tabuisierung: Fragt man nach, wollen fast alle Menschen in Geborgenheit und Schmerzfreiheit dort sterben wo sie gelebt haben. Sie wollen unerledigte Dinge noch zu Ende bringen können, mit sich und der Welt versöhnt in eine andere Welt, wie Christen glauben, gehen dürfen. Es gibt für uns alle diesen Zeitpunkt, wo es keine Heilung mehr gibt, sondern nur noch die Hand zu halten, zu trösten, beizustehen und zu helfen.

Im Leitbild der Caritas ist zu lesen: „Jeder Mensch ist einmalig als Person und besitzt eine ihm von Gott gegebene unverfügbare Würde. Daraus ergibt sich die Verpflichtung, menschliches Leben von Anfang bis Ende, von der Empfängnis bis zum Tod, zu achten, zu schützen, und, wo Not ist, helfend zu begleiten.“

Auf der Grundlage dieses Selbstverständnisses versteht sich der Caritasverband als diakonische Kirche:

Als Anwalt und Partner steht er für Menschen ein, deren Würde und Existenz bedroht sind. Aus dieser Grundhaltung leitet die Caritas auch ihr langjähriges Engagement in der Hospizarbeit ab: Sie sieht es als eine ihrer wichtigen Aufgaben an, schwerst kranken, sterbenden und trauernden Menschen sowie nahe stehenden Angehörigen beizustehen und sie zu begleiten. Diese Hospizarbeit geschieht in enger Abstimmung zwischen den sieben Diözesan-Caritasverbänden Bayerns, den Fachverbänden und dem Landes-Caritasverband.

Der Landes-Caritasverband als Gründungsmitglied des Bayerischen Hospiz- und Palliativbündnisses setzt sich für politische Rahmenbedingungen ein, die menschenwürdiges Sterben ermöglichen. Dazu gehören auch das Werben und öffentliche Eintreten für ein Hospizverständnis, das Sterben, Tod und Trauer im Leben nicht ausgrenzt, sondern in das Bewusstsein der Gesellschaft zu integrieren sucht.

Das Bayerische Hospiz- und Palliativbündnis setzt sich für den Aufbau einer flächendeckenden Versorgung mit Palliative Care-Angeboten und deren Vernetzung mit vorhandenen örtlichen Strukturen und Gegebenheiten ein und wird diese weiter vorantreiben. Es wird den Dialog zwischen den Trägern der Hospizarbeit und palliativen Versorgung in Bayern verstärken und für eine angemessene Finanzierung der Leistungen Sorge tragen. Dies sehen wir auch als unsere Aufgabe an. Deshalb engagieren wir uns im Bündnis.

Prälat Bernhard Piendl
Landes-Caritasdirektor