Stellungnahme
Paritätischer Wohlfahrtsverband Bayern
Der Paritätische Wohlfahrtsverband in Bayern vertritt die sozialpolitischen Interessen seiner rund 800 Mitgliedsorganisationen. In seiner Arbeit betont der Verband die Bedeutung seiner Prinzipien von Toleranz, Offenheit und Vielfalt in der Gesellschaft. Er fördert die Teilhabe und Inklusion von Menschen mit Behinderungen und anderen Benachteiligungen.
Als Teil des Paritätischen Gesamtverbands setzt er sich für ein offenes, vielfältiges und soziales Bayern ein, in dem alle Menschen von ihrer Geburt bis zum Tod ein gutes und selbstbestimmtes Leben führen können. Am Lebensende stehen die Wünsche und Bedürfnisse von Sterbenden und ihren Zugehörigen im Mittelpunkt der hospizlichen Arbeit.
Zu den Mitgliedseinrichtungen des Paritätischen gehören ambulante, teilstationäre und vollstationäre Einrichtungen in allen Bereichen der Eingliederungshilfe und der Pflege.
Ein wichtiger Teil der Arbeit des Paritätischen Wohlfahrtsverbands in Bayern ist außerdem die Förderung von Selbsthilfegruppen und die Unterstützung von Menschen in schwierigen Lebenssituationen. Der Verband bietet eine Vielzahl von ambulanten und stationären Angeboten und Leistungen an, darunter auch in der Hospiz- und Palliativversorgung.
Die Mitgliedsorganisationen des Paritätischen in Bayern fühlen sich der Idee eines würdevollen und selbstbestimmten Lebens und Sterbens in besonderer Weise verpflichtet. Sie treten dafür ein, dass Sterben, Tod und Trauer ein selbstverständlicher Teil des menschlichen Lebens sind. Dabei nehmen sie vor allem Menschen in den Blick, die in unserer Gesellschaft benachteiligt werden oder einen besonderen Unterstützungsbedarf haben, wie Menschen mit schweren körperlichen Erkrankungen oder geistigen Behinderungen.
Gerade die stationären Einrichtungen sind für ihre Bewohnerinnen und Bewohner neben einem Lebens- und Wohnort auch ein Ort des Sterbens, an dem Raum für die Begleitung sterbender Menschen und ihrer Angehöriger sein muss. Der Paritätische möchte Menschen in der letzten Lebensphase sowohl ein würdevolles und schmerzfreies Sterben in seinen Mitgliedseinrichtungen und -diensten ermöglichen, als auch deren Angehörige in der Zeit des Abschiednehmens begleiten – unabhängig von Geschlecht, Nationalität, sexueller Orientierung, Religion, Weltanschauung, Krankheit und Behinderung. Neben der Unterstützung in einem stationären Hospiz oder einer stationären Einrichtung ist auch eine Begleitung zu Hause in den eigenen vier Wänden möglich.
Die Hospiz- und Palliativversorgung in Bayern hat sich in den letzten Jahren positiv entwickelt. Im bundesweiten Vergleich der Versorgungslandschaft nimmt Bayern eine Vorreiterrolle ein und ist stets bemüht, das Angebot an Platzzahlen weiter auszubauen.
Es gibt neben stationären Hospizplätzen z.B. auch Palliativstationen und Palliativdienste für Erwachsene in Krankenhäusern, eine Palliativstation für Kinder, eine palliativmedizinische Tagesklinik und Teams der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung (SAPV) für Erwachsene sowie sieben Kinderpalliativteams. Darüber hinaus gibt es über 140 Hospizvereine und knapp 8.000 ehrenamtliche Hospizbegleiterinnen und -begleiter.
Der Paritätische Wohlfahrtsverband in Bayern unterstützt diese Entwicklung und setzt sich für eine weitere Verbesserung und Ausweitung der Hospiz- und Palliativversorgung ein.
Dazu gehört die Schaffung besserer Rahmenbedingungen, insbesondere in stationären Pflegeeinrichtungen und Krankenhäusern, aber auch im ambulanten Bereich.
Für die Verwirklichung und Ausgestaltung tragfähiger Versorgungsstrukturen ist eine flächendeckende Vernetzung und Kooperation aller handelnden Akteure entscheidend.
Gerade die Kommunen können einen entscheidenden Beitrag leisten, um palliative Strukturen weiterzuentwickeln, bestehende Angebote untereinander zu vernetzen und eine palliative und hospizliche Kultur in allen Versorgungsbereichen zu stärken, in denen ältere, pflegebedürftige Menschen und Menschen mit Behinderungen betreut werden.
Die Umsetzung guter palliativer und hospizlicher Strukturen vor Ort bedarf nicht zuletzt einer hinreichenden Finanzierung durch Kranken- und Pflegekassen, Bund, Ländern und Kommunen.
Um diese notwendigen Entwicklungen voranzutreiben, hat sich der Paritätische dem Bayerischen Hospiz- und Palliativbündnis angeschlossen.