Corona Update

Corona Update

Sehr geehrte Damen und Herren,

sehr geehrte Mitglieder,

eigentlich wollte ich mich in einem separaten Schreiben als der neue Geschäftsführer des BHPB bei Ihnen vorstellen. Aber ich denke, die aktuelle Zeit bringt viel Unsicherheit, sodass nun Anderes Vorrang hat.

In den letzten Tagen sind verschiedene notwendige Vorgaben vom Staatsministerium erlassen worden. Nachdem diese aus unserer Sicht nicht immer sehr passgenau für die ambulanten Hospizdienste und stationären Hospize in Bayern waren, ist das BHPB nochmals an das Staatsministerium herangetreten, um einige Dinge zu klären. Über das Ergebnis möchten wir Sie im Folgenden informieren:

Ambulante Hospizdienste: 

Viele ambulante Hospizdienste erleben die komplette Einstellung der persönlichen ehrenamtlichen Sterbebegleitung als große Härte gegenüber Sterbenden und ihren Familien. Es konnte erreicht werden, dass Hospizdienste im Einzelfall (heißt: in Ausnahmefällen, in großer Not) im häuslichen Umfeld Palliativfachkräfte oder ehrenamtliche Hospizbegleiter*innen einsetzen können. Voraussetzung ist natürlich das Einverständnis der betroffenen Menschen und ihrer Familien, sowie die Bereitschaft der Hospizbegleiter*in.

Im Wortlaut schreibt Frau Dr. Mutert:

„Ambulante Sterbebegleitung durch ehrenamtliche Hospizbegleiterinnen und Hospizbegleiter kann in einer Einzelfallbetrachtung ausnahmsweise und nur im privaten Bereich (nicht in stationären Pflegeeinrichtungen) erfolgen. Die Entscheidung, ob eine Ausnahmesituation vorliegt, treffen die Hospizvereine eigenverantwortlich in enger Abstimmung mit den ehrenamtlichen Hospizbegleiterinnen und Hospizbegleitern sowie den betroffenen Menschen. Da die ehrenamtlichen Hospizbegleiterinnen und Hospizbegleiter oft selbst der Risikogruppe (meist älter, nach Eintritt in den Ruhestand) angehören, kann der Hospizverein Bedingungen, wie beispielsweise das Tragen von Schutzkleidung für die Besuch, festlegen.“ 

Der Vorstand / Leitungsverantwortliche im Hospizdienst verantwortet grundsätzlich die Einsätze der Ehrenamtlichen, im „Normalmodus“ wie im „Krisenmodus“. Vorstand und Koordination sind gehalten, im Einzelfall sorgfältig abzuwägen, was konkret ein Notfall ist. Hier einige Beispiele:

  • Durch den Einsatz eines Hospizbegleiters / einer Hospizbegleiterin kann der Verbleib eines sterbenden Menschen in seiner häuslichen Umgebung gefördert und eine Einweisung in eine Klinik in seinen letzten Lebensstunden vermieden werden.
  • Wenn ein Versorgungssystem wegbricht oder wenn sterbende Menschen ganz alleine sind, kann der Einsatz eines Ehrenamtlichen eine Notlösung sein.
  • Wenn eine Entlassung aus der Klinik erfolgt, die Versorgung zuhause nicht trägt und ambulante Dienste nicht alleine versorgen können sowie eine Aufnahme ins Pflegeheim oder ins stationäre Hospiz nicht möglich ist, hat eine ehrenamtliche Begleitung u.U. einen wesentlichen stabilisierenden Effekt.

Es sollen dringend nur jene Hospizbegleiter*innen ausgewählt werden, die nicht selbst einer gefährdeten Gruppe angehören (Alter / Vorerkrankungen / vorangegangene Kontakte mit infizierten Personen). Sie sind nochmals in die Regeln der Basishygiene einzuweisen. Sie sollen trotz Sterbebegleitung Abstandsregeln einhalten und in den Familien sollte nur eine weitere Person anwesend sein, wenn ein Hospizbegleiter / eine Hospizbegleiterin ins Haus kommt. Solange nicht anders möglich, sollte der Hospizdienst als Minimalschutz zumindest für Händedesinfektionsmittel, ein Tuch zur Mundabdeckung und Einmalhandschuhe sorgen, den Hospizbegleitern zur Verfügung stellen und sie in die korrekte Benutzung einweisen.

Stationäre Hospizeinrichtungen: 

Der Notfallplan CoronaPandemie – Regelung für Pflegeeinrichtungen ordnet  einen grundsätzlichen Aufnahmestopp für stationäre Pflegeeinrichtungen an. Auch unter Betrachtung der genannten Ausnahmen, würde die Anordnung für die stationären Hospize in Bayern praktisch ein Aufnahmeverbot bedeuten. Viele Menschen, die einer dringenden Versorgung bedürften, blieben unversorgt, wirtschaftliche Folgen für die Hospize würden innerhalb kürzester Zeit eintreten. Auch hier konnten wir im StMGP eine Konkretisierung der Verfügung in Bezug auf die stationären Hospize in Bayern erreichen, der Wortlaut aus dem Staatministerium lautet dazu konkret:

„Der „Notfallplan Corona-Pandemie“ ist so auszulegen, dass stationäre Hospize vom Anwendungsbereich dieser Allgemeinverfügung (Bekanntmachung des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege vom 3. April 2020, Az. GZ6a-G8000-2020/122-183) nicht erfasst sind. Dies gilt analog auch für die „Handlungsanweisung für Alten- und Pflegeheime und stationäre Einrichtungen der Eingliederungshilfe (gemeinschaftliches Wohnen)“.“ 

Wir, alle am Prozess Beteiligten, hoffen, damit in dieser schwierigen Zeit für etwas Erleichterung sorgen zu können.

Ich persönlich wünsche Ihnen ein gutes Durchhalten und, dass Sie die Situation für sich und die Ihnen anvertrauten Menschen möglichst gut gestalten können. Ich freue mich, bald auch persönlich mit Ihnen ins Gespräch zu kommen.

Mit freundlichen Grüßen

Timo Grantz 

Geschäftsführer