25 Jahre Bayerischer Hospiz- und Palliativverband

25 Jahre Bayerischer Hospiz- und Palliativverband

Landshut, den 8. Juli 2016 – Der Bayerische Hospiz- und Palliativverband (BHPV) blickt auf sein 25jähriges Bestehen zurück und stellt sich den Aufgaben und Herausforderungen für die Hospizbewegung der Zukunft. Im Oktober soll das Jubiläum im Rahmen einer Mitgliederversammlung in Bayreuth gefeiert werden.

„Das Thema Sterben ist aus der Tabu- und Verdrängungszone herausgetreten und Palliative Care am Lebensende ist ein etablierter Bestandteil des Gesundheitssystems mit neuen finanziellen Möglichkeiten geworden.” BHPV-Geschäftsführer Dr. Erich Rösch

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Am 13. Juli 1991 hatten in Bamberg acht Hospizvereine den BHPV als bundesweit ersten Landesverband und Vorreiter für die anderen Bundesländer gegründet. Ziel der Gründerin und langjährigen Vorsitzenden Christine Denzler-Labisch war der Aufbau eines flächendeckenden Netzes von Hospizvereinen und –gruppen in Bayern. Durch öffentlichkeitswirksame und politische Initiativen sowie großen persönlichen Einsatz für ein würdevolles, möglichst schmerzfreies und selbst bestimmtes Sterben sollte die Hospizidee in die Gesellschaft getragen werden.

In den letzten 25 Jahren bis heute ist mit der Aufbruchsstimmung der Pionierzeit eine starke, vom bürgerschaftlichen Engagement geprägte Hospizbewegung in Bayern zu einer Erfolgsgeschichte geworden. Zum BHPV gehören heute bei einer nahezu flächendeckenden Versorgung 140 Hospizvereine und –initiativen mit rund 25.000 Mitgliedern und circa 12.000 qualifizierten ehrenamtlichen Hospizbegleiterinnen. Hinzu kommen hauptberufliche KoordinatorInnen und Palliative Care Pflegefachkräfte, eine beachtliche Zahl von Angeboten der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung (SAPV) sowie stationäre Hospize.

Zahlreiche Palliativstationen und ambulante Palliativdienste in Krankenhäusern sowie eine stetig wachsende Zahl von Palliative Care Pflege- und Fachkräften der stationären und ambulanten Pflege in Altenheimen und Sozialstationen tragen zu einer deutlichen Verbesserung in der allgemeinen palliativen Versorgung bei. Die Beschlüsse im Deutschen Bundestag im November 2015 zur „Sterbehilfe“ und zur Sterbebegleitung und Palliativversorgung durch das Hospiz- und Palliativgesetz (HPG) sprechen jedem Bundesbürger unabhängig vom sozialen Status und wirtschaftlicher Herkunft am Lebensende das Recht auf palliative Versorgung und hospizliche Betreuung zu. Das HPG ist ein Teil der Erfolgsgeschichte der Hospizbewegung und zugleich eine große Herausforderung hinsichtlich des flächendeckenden Ausbaus der Versorgungsstrukturen und der Umsetzung des Zusammenwirkens durch Vernetzung.

In den letzten 25 Jahren hat sich mit einem massiven Wandel der Gesellschaft auch der Umgang mit Sterben und Tod gewandelt. “Das Thema Sterben ist aus der Tabu- und Verdrängungszone herausgetreten und Palliative Care am Lebensende ist ein etablierter Bestandteil des Gesundheitssystems mit neuen finanziellen Möglichkeiten geworden”, stellt BHPV-Geschäftsführer Dr. Erich Rösch fest. Damit Sterben und Endlichkeit des menschlichen Lebens ein natürlicher Teil des Lebens bleibe und nicht auf Krankheit reduziert wird, müsse auch “in Zukunft die hospizliche Haltung und Kultur im Umgang mit der Begleitung jedes einzelnen Sterbenden in seiner letzten Lebensphase gefördert werden.

Zur Hospizarbeit gehöre, den Sterbenden in seiner ganzheitlichen Einmaligkeit zu sehen und ihm ein würdevolles und selbst bestimmtes Sterben zu ermöglichen. Dazu benötige man ein multiprofessionelles Beistandsnetz aus Fachlichkeit und menschlicher Anteilnahme. Das wiederum erfordert vielfältige Formen des organisatorischen und institutionellen Zusammenwirkens vor Ort. “Die regionale Vernetzung und der Aufbau von Hospiz- und Palliativversorgungsnetzwerken unter der Einbeziehung der für das Gemeinwohl politisch Verantwortlichen gehört zu den wichtigsten künftigen Aufgaben des BHPV”, betont Rösch.

Zudem wirke der BHPV als Interessenvertretung gegenüber Gesellschaft, Politik und Kostenträgern des Gesundheitswesens. Gemeinsam mit den bayernweiten Trägern der Freien Wohlfahrtspflege und der Bayerischen Krankenhausgesellschaft hat der BHPV deshalb das bundesweit bislang einmalige Bayerische Hospiz- und Palliativbündnis (BHPB) ins Leben gerufen. Verband und Bündnis fokussieren sich auf die flächendeckende Versorgung schwerstkranker und sterbender Menschen in Bayern sowie die Verbesserung der finanziellen Rahmenbedingungen.

Hintergrund: Bayerischer Hospiz- und Palliativverband

Der Bayerische Hospiz- und Palliativverband wurde im Jahr 1991 als Landesverband der bayerischen Hospiz- und Palliativeinrichtungen gegründet. Er informiert und unterstützt seine Mitglieder, sichert den Erfahrungsaustausch zwischen seinen Mitgliedern und bietet organisatorische und inhaltliche Hilfestellungen an. Dazu gehören vor allem die Information der Mitglieder beim Aufbau und Betrieb ambulanter und stationärer Dienste, bei allgemeinen Verhandlungen über Entgelte für stationäre und ambulante Hospiz- und Palliativarbeit und sonstige Unterstützungsleistungen für Mitglieder.

Pressekontakt:

Bayerischer Hospiz – und Palliativverband (BHPV)
Dr. Erich Rösch
Geschäftsführer
Innere Regensburger Straße 13
84034 Landshut
Tel: 0871-9750730
Fax:0871-9750742
mail: roesch@bhpv.de
www.bhpv.de

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