10.10.2018

Welthospiztag und Deutscher Hospiztag am 13. Oktober: „Weil Du wichtig bist“


„Seit den Anfängen der Hospizarbeit in den 1980er Jahren haben sich die Voraussetzungen für eine würdevolle hospizliche Begleitung und gute palliative Versorgung stark verbessert." Konrad Göller, erster Vorsitzender des Bayerischen Hospiz- und Palliativverbandes. Quelle: BHPV

Landshut, den 10. Oktober 2018 - Der Bayerische Hospiz- und Palliativverband BHPV erinnert aus Anlass des "Welthospiztags" sowie des Deutschen Hospiztags am 13. Oktober an die zur Verfügung stehenden Hospiz- und Palliativangebote. „Immer wieder zeigt sich, dass Betroffene und deren Angehörige nicht ausreichend über Hospiz- und Palliativangebote Bescheid wissen. Der Welthospiztag ist hier eine gute Möglichkeit, um diese wichtige Aufklärungsarbeit zu leisten und den Ängsten vieler Menschen am Lebensende zu begegnen, etwa der Angst vor Schmerzen und dem Alleinsein“, erklärt Dr. Erich Rösch, Geschäftsführer des Bayerischen Hospiz- und Palliativverbandes.

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Der Welthospiztag 2018 steht unter dem Motto „Weil du wichtig bist!“ und stellt damit die gelebte Erfahrung von schwerstkranken und sterbenden Menschen in den Fokus. Der Leitgedanke basiert auf einem der bekanntesten Aussprüche von Cicley Saunders. Die Krankenschwester, Sozialarbeiterin, Ärztin, Hospizbegründerin und Palliativmedizinerin wäre in diesem Jahr 100 Jahre alt geworden. „You matter because you are you and you matter until the end of your life.“ (Du zählst, weil Du du bist. Und du wirst bis zum letzten Augenblick deines Lebens eine Bedeutung haben).

Welche Erfahrungen im Sterbeprozess und in der Begleitung gesammelt werden ist von verschiedensten Faktoren abhängig – unter anderem auch vom Sterbeort. Die Betreuung und die Pflege sind in Hospizen beispielsweise anders als in stationären Pflegeeinrichtungen. In der Hospiz- und Palliativarbeit geht es darum, ein menschenwürdiges Sterben zu ermöglichen. Das heißt, die Sicherung der Lebensqualität und das Ermöglichen von Teilhabe und Wertschätzung.

„Seit den Anfängen der Hospizarbeit in den 1980er Jahren haben sich die Voraussetzungen für eine würdevolle hospizliche Begleitung und gute palliative Versorgung stark verbessert. Durch die Regelungen des vor drei Jahren in Kraft getretenen Hospiz- und Palliativgesetzes wird die Arbeit ambulanter Hospizdienste einerseits erleichtert. So werden neben den Personal- jetzt auch die Sachkosten gefördert. Andererseits sind Pflegeheime nun verpflichtet, mit Hospiz- und Palliativnetzwerken zusammenzuarbeiten, wodurch sich die Aufgabenfelder der ambulanten Hospizdienste stark erweitert haben“, äußert sich Konrad Göller, erster Vorsitzender des Bayerischen Hospiz- und Palliativverbandes.

Das Bayerischen Hospiz- und Palliativbündnis hat in Kooperation mit der Hanns-Seidel-Stiftung die Frage der stationären sowie ambulanten Hospiz- und Palliativpflege in diesem Jahr in den Fokus gestellt. Die Teilnehmenden Versorger aus den verschiedenen Bereichen konnten der anwesenden Frau Staatsministerin Melanie Huml mitteilen, welche Veränderungen sie sich im Bereich der Hospiz- und Palliativversorgung und der Pflege wünschen. Dabei kam unter anderem zum Ausdruck, dass sich in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen ein Palliativbeauftragter gewünscht wird, der die Strukturen der Palliativversorgung etabliert und aufrechterhält sowie die Palliativversorgung koordiniert, um den Bedürfnissen und dem Bedarf der Patienten in den jeweiligen Einrichtungen gerecht zu werden. Weiterhin soll eine gesetzlich bindende Fachkraftquote für die Palliativpflege angeregt werden, um den pflegerischen Aufwand auch weiterhin bewältigen zu können.

Um Hospizkultur und Palliativkompetenz nachhaltig zu implementieren ist ein Wandel in den Einrichtungen notwendig. Eine Etablierung von Hospizkultur und Palliativkompetenz ist ohne entsprechende finanzielle Förderungen oder gesetzliche Neuausrichtungen schwer umsetzbar. Daher hat das Bayerische Hospiz- und Palliativbündnis ausgehend von den Erfahrungen der versorgenden Akteure notwendige Änderungen und Wünsche Betroffener zusammengefasst und diese an die entsprechenden Stellen und Institutionen weitergeleitet.

„Denn im Mittelpunkt der Versorgung steht der schwerstkranke und sterbende Mensch, mit seinen Bedürfnissen und seinen Erfahrungen. An diesen sollte sich auch die Versorgung orientieren. Stationäre Pflegeeinrichtungen kümmern sich schon immer mit hohem Einsatz und pflegebedürftige Menschen und darum, die Situation schwerstkranken und sterbenden Menschen und deren Angehörigen in Ihren Einrichtungen stetig zu verbessern. Damit leisten sie einen wichtigen Beitrag zu deren Versorgung am Lebensende“, betont Göller.

 

Hintergrund: Bayerischer Hospiz- und Palliativverband (BHPV)

Der Bayerische Hospiz- und Palliativverband (BHPV) ist die Landesvertretung der Hospiz- und Palliativarbeit in Bayern und wurde im Jahr 1991 als Landesverband der bayerischen Hospiz- und Palliativeinrichtungen gegründet. Er informiert und unterstützt seine Mitglieder, sichert den Erfahrungsaustausch zwischen seinen Mitgliedern und bietet organisatorische und inhaltliche Hilfestellungen an. Dazu gehören vor allem die Information der Mitglieder beim Aufbau und Betrieb ambulanter und stationärer Dienste, bei allgemeinen Verhandlungen über Entgelte für stationäre und ambulante Hospiz- und Palliativarbeit und sonstige Unterstützungsleistungen für Mitglieder.

Zudem wirkt der BHPV als Interessenvertretung gegenüber Gesellschaft, Politik und Kostenträgern. Gemeinsam mit den bayernweiten Trägern der Freien Wohlfahrtspflege und der Bayerischen Krankenhausgesellschaft hat der BHPV das bundesweit bislang einmalige Bayerische Hospiz- und Palliativbündnis (BHPB) ins Leben gerufen. Das BHPB fokussiert sich auf die flächendeckende Versorgung schwerstkranker und sterbender Menschen in Bayern sowie die Verbesserung der finanziellen Rahmenbedingungen. Weitere Informationen unter: www.bhpb.org.

 

Pressekontakt:

Bayerischer Hospiz - und Palliativverband (BHPV)

Dr. Erich Rösch

Geschäftsführer

Innere Regensburger Straße 13

84034 Landshut

Tel: 0871-9750730

Fax:0871-9750742

mail: roesch@bhpv.de

www.bhpv.de